Viessmann unterzeichnet Bukarester Erklärung

  • Ziel ist eine nachhaltige und smarte Gas-Infrastruktur in Europa
  • 20 Energieminister und vier Dutzend Firmen sowie Organisationen nahmen an Treffen teil 
  • Kanzlerin verweist beim EU-Gipfeltreffen in Sibiu auf abweichende Klimapläne der Bundesrepublik
  • Merkel schlägt beim Petersberger Klimadialog am 14.05.2019 eine neue Richtung ein

Sibiu/Bukarest/Allendorf (Eder), 14.05.2019 - Während des Sonder-Gipfeltreffens der 27 EU-Mitgliedsstaaten im rumänischen Sibiu setzten die EU-Staats- und Regierungschefs am vergangenen Donnerstag alles daran, Einigkeit zu demonstrieren. Unterschiedliche Positionen gab es aber immer noch bei den Themen Reform der EU und Klimaschutz. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel signalisierte zwar große Sympathien für den Macron-Vorschlag, die EU bis 2050 CO2-neutral zu machen. Sie stellte aber gleichzeitig klar, dass es in Deutschland davon abweichende Pläne gebe. Nur wenige Tage später hat die Kanzlerin am 14.05.2019 beim Petersberger Klimadialog eine leichte Kurskorrektur vollzogen und angekündigt, das Erreichen der Treibhausgasneutralität Deutschlands bis zum Jahr 2050 im Klimakabinett zu beraten.

Die Viessmann Group hatte als einer der international führenden Hersteller von Energiesystemen gemeinsam mit 20 Energieministern und weiteren Industrievertretern bereits im April die sogenannte “Bukarester Erklärung über eine nachhaltige und intelligente Gasinfrastruktur” in Europa unterzeichnet.

"Diese Erklärung ist ein Signal, dass Gas Teil der Lösung sein wird, mit der Europa seine energiepolitischen Herausforderungen bewältigen will", sagte James Watson, Generalsekretär des Branchenverbandes Eurogas im Rahmen des informellen zweitägigen Treffens in der rumänischen Hauptstadt.

Die Unterzeichner erkennen an, dass die “Bekämpfung des Klimawandels von allen Akteuren des öffentlichen und privaten Sektors koordinierte und mutige Maßnahmen zur Eindämmung der Treibhausgasemissionen erfordert, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten, und setzen alles daran, den Temperaturanstieg auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen”.

Darüber hinaus erkennen die Unterzeichner dieser Initiative auch an, dass eine “Erhöhung des Anteils erneuerbarer und dekarbonisierter Gase am Energiemix der EU in den nächsten Jahrzehnten dazu beitragen würde, die Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erreichen.

Sie sind auch davon überzeugt, dass die Gasinfrastruktur ihre Rolle bei der Dekarbonisierung des Energiesystems spielen muss, indem sie sich darauf vorbereitet, wachsende Anteile anderer Gase als Erdgas zu transportieren, wie Wasserstoff, Biomethan und synthetisches Methan”.

Viessmann hat die Erklärung unterzeichnet, weil sich das Unternehmen kontinuierlich wandelt vom Heiztechnikhersteller zum Lösungsanbieter für den kompletten Lebensraum. Dafür entwickelt Viessmann Klimalösungen, die die Umgebung des Menschen mit der optimalen Raumtemperatur, mit Warmwasser, Strom und guter Luftqualität gleichermaßen versorgen. In seinem Integrierten Lösungsangebot verbindet Viessmann auf Basis der richtigen Energiequellen Produkte und Systeme über Plattformen und digitale Services nahtlos miteinander.

Dazu kommt eine Vielzahl zusätzlicher Dienstleistungen. Wo immer technisch möglich, setzt Viessmann schon heute auf erneuerbare Quellen, in allen anderen Fällen werden fossile Brennstoffe maximal effizient genutzt. Das im Jahr 1917 gegründete Familienunternehmen legt besonderen Wert auf verantwortungsvolles und langfristig angelegtes Handeln, die Nachhaltigkeit ist in den Unternehmenswerten fest verankert. Und zeigt sich in dem über allem stehenden Unternehmensleitbild “We create living spaces for generations to come”. Lebensräume für die Generationen von morgen zu gestalten, das ist die Verantwortung der weltweit 12.000 Mitglieder starken Viessmann Familie.

Zum Hintergrund: 2020 Gaspaket

Die Europäische Kommission hat damit begonnen, über die künftige Rolle von Gas in einem kohlenstoffarmen Energiesystem nachzudenken und bereitet 2020 ein neues Paket von Gasgesetzen vor, um die Erzeugung kohlenstoffarmer Gase wie Biomethan und Wasserstoff zu fördern. Die Dekarbonisierung von Gas "wird einer der wichtigsten Treiber der Energiepolitik sein" für die nächste Kommission nach den Europawahlen im Mai, sagten EU-Beamte im Vorfeld des Bukarester Treffens.

Die Gasnetzbetreiber haben die Dekarbonisierungsziele der EU akzeptiert und sagen, dass sie derzeit an Netzentwicklungsplänen für 2050 arbeiten, die auf einem CO2-Budget basieren und Null-Emissionsszenarien beinhalten. Diese Pläne werden zusammen mit den Stromnetzbetreibern erstellt, um Synergien zwischen Gas- und Stromnetzen zu nutzen.

"Und das bedeutet automatisch, dass bis dahin kein fossiles Gas mehr im Mix enthalten sein wird", sagt Jan Ingwersen, Geschäftsführer von ENTSOG, dem europäischen Netzwerk der Übertragungsnetzbetreiber für Gas.

Neben Solidpower (Hersteller von Brennstoffzellen) ist Viessmann der einzige Gerätehersteller, der die Deklaration unterzeichnete. Weitere Unterzeichner sind: Siemens, Engie, Equinor, Uniper, GRTgaz, Michelin, Mitsubishi Schwerindustrie und mehrere Wirtschaftsverbände wie DVGW, Eurogas oder Hydrogen Europe.

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Bei der Unterzeichnung der Bukarester Erklärung (von links): Jorgo Chatzimarkakis, Secretary General of Hydrogen Europe, Valérie Bouillon-Delporte von Michelin, sie ist aktuell Präsidentin von Hydrogen Europe and Dominique Ristori, Director General of Energy bei der Europäischen Kommission.