Partners for generation to come – gemeinsam in die Zukunft blicken

Das sagen unsere Partner zu den Eckpfeilern des ganzheitlichen Partnerprogramms V+

Im Exklusivinterview schildern langjährige Partner des Unternehmens ihre Sichtweisen zu Themen wie der Unternehmensnachfolge und der Digitalisierung: Karlheinz Frankenstein, Gründer des Heizungsfachbetriebes Mercedöl GmbH und Sohn Matthias; Sven Rosenthal, Geschäftsführer der Rosenthal Haustechnik GmbH; Frank Neubarth, Geschäftsführer der Kudi-Kundendienst GmbH mit seinem Mitarbeiter und Nachfolger Andre Golbs sowie Heiko Hegewisch vom gleichnamigen Heizungsfachbetrieb.

Unternehmensnachfolge

Herr Frankenstein, schön, dass wir mit Ihnen über das Thema Unternehmensnachfolge sprechen können. Wie gehen Sie mit diesem für ein Familienunternehmen so wichtigen Thema um?

Karlheinz Frankenstein: Wir hatten das Glück, dass unser Sohn Matthias schon immer Teil der Firma werden wollte. Es war sein größter Wunsch. Dazu gibt es auch eine nette Anekdote. Wir wohnten damals in Zehlendorf in einem kleinen Häuschen am Wald, in dem die Kinder der Siedlung gern spielten. Als eine alte Dame in dem Wäldchen Holz sammelte, hat sie unser sechsjähriger Matthias gefragt: “Oma, wozu sammelst du Holz?”. Ihre Antwort: “Das brauche ich zum Heizen”. Er antwortete dann nur: “Das musst du nicht machen. Du kannst zu meinem Papi gehen, der baut dir eine Ölheizung.”

Die Begeisterung für das Thema Wärme lag Ihrem Sohn also früh im Blut?

Karlheinz Frankenstein: Ja, er konnte es kaum erwarten, endlich Teil der Firma zu werden. Schon nach seinem Abitur wollte er direkt einsteigen. Ich habe ihm gesagt, zuerst kommt die Ausbildung. Also hat er sein Studium der Versorgungstechnik absolviert, sogar schneller als es die Regelstudienzeit vorsah. Nur um sagen zu können: “So Papa, nun darf ich aber!” Ich konnte ihn überzeugen, sich noch ein wenig den Wind um die Nase wehen zu lassen. Also ein Jahr in einer Heizungsfirma in Basel zu arbeiten, ein halbes Jahr bei Viessmann und sechs Monate bei unserem Brenner-Hersteller. Und dann war es soweit: Er stieg in unsere Firma ein und übernahm die Leitung des Kundendienstes.

Irgendwann haben Sie die von Ihnen gegründete Firma an die nächste Generation, also ihren Sohn, übergeben. Fiel ihnen der Abschied schwer?

Karlheinz Frankenstein: Nein überhaupt nicht. Alle Freunde haben gesagt, ich könnte mich niemals von der Firma lösen – und waren erstaunt, dass ich es vom einen auf den anderen Tage konnte. Nun ist ja auch mein Enkel Mark Teil des Unternehmens. Das hat sich einfach so ergeben, fast automatisch. Ich habe es nicht gefördert. Ich habe meinem Sohn und meinem Enkel immer gesagt: ‘Ihr müsst nicht in die Firma gehen.’ Aber das kam ganz automatisch. Ich konnte es nicht verhindern.

Nun leiten Sie, Matthias die Firma. Treffen Sie und Ihr Vater sich denn noch im Unternehmen? Und was sind die wichtigsten Dinge, die Sie von Ihrem Vater gelernt haben?

Matthias Frankenstein: Ja in der Geschäftsleiterrunde. Da sitzt er ab und an dabei, hört zu und gibt Tipps. Die sind super. Da merkt man die Weisheit und die Erfahrung aus all den Jahren als Chef dieser Firma. Und was habe ich gelernt? Besonders zwei Dinge: “Man trifft sich immer zweimal” sowie “Leben und leben lassen”. Diese beiden Sätze haben sich schon oft bewahrheitet. Ich versuche das auch selbst zu leben. Immer fair miteinander umzugehen und auch zum Beispiel beim Umgang mit einem Subunternehmer nicht nur den eigenen Vorteil zu sehen, sondern daran zu denken: Der muss auch leben. Das ist mir sehr wichtig.

Fachkräftemangel

Herr Rosenthal, vielen Dank, dass wir mit Ihnen zum wichtigen Thema Fachkräftemangel sprechen können. Wie äußert sich das Problem für Sie konkret?

Sven Rosenthal: Meine besten Mitarbeiter sind mittlerweile über 50 Jahre alt. Die Leute machen Fußbodenheizungen, Sanitärinstallationen, Lüftungskanäle und bauen Wärmepumpen auf. Das Problem ist, ihnen zu erklären: Klemmt bitte bestimmte Bedienelemente mit an oder schaltet die Vitoconnect mit auf. Mitunter ist es einfach zu komplex. Der Rohrleger sagt, ich will hier meine Rohre und Isolierung verlegen. Lasst mich mit dieser Technik in Ruhe.

Also braucht es mehr Fachkräfte, die auch in Bereichen wie Elektrotechnik besser geschult sind. Haben Sie Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden?

Sven Rosenthal: Ich sehe, wie sich der Markt entwickelt, nach und nach sterben Betriebe weg. Die jetzigen älteren Monteure arbeiten noch zehn Jahre und dann gibt es einen Cut. Hinzu kommen die sinkenden Zahlen in den Berufsausbildungen. Früher hatten wir fünf Klassen, jetzt haben wir eine Klasse mit acht Mann. Deshalb ist es auch so wichtig, sich selbst um junge Mitarbeiter zu kümmern. Ich habe seit Jahren Lehrlinge ausgebildet, das ist ein Riesenvorteil. Aber selbst die Lehrlinge werden weniger.

Wie sieht es denn in Ihrem Unternehmen mit der nächsten Generation aus?

Sven Rosenthal: Ich habe ja noch ein bisschen Zeit, aber natürlich beschäftige ich mich damit. Mein Sohn ist jetzt sieben Jahre alt, der braucht noch 15 Jahre. Dann bin ich 65 Jahre alt. Mir wäre es schon Recht, wenn er Lust hat, das Unternehmen irgendwann zu übernehmen. Die Erfahrung zeigt: Bei uns in der Stadt machen viele Betriebe zu, weil die Monteure oder die Leute, die in der Verantwortung waren, nicht mehr bereit sind, ohne den Chef den Betrieb weiter zu führen. Das ist aus meiner Sicht auch ein Grund für das Firmensterben.

Wie gehen Sie mit aktuellen Entwicklungen wie Smart Home um?

Sven Rosenthal: Ich habe mich schon öfter damit beschäftigt, einen Elektriker einzustellen. Aber die bekommen sie noch viel weniger. Ich hätte so viel zu tun, dass ich einen Experten einstellen könnte. Aber fragen Sie mal einen Elektriker nach einem Elektriker. Fragen Sie mal einen Zahnarzt nach einer Helferin. Die kriegen sie nicht.

Dann sind wir wieder bei dem Thema, wie lässt sich das Fachkräfteproblem denn beheben? Müsste man da auch neue Wege gehen, zum Beispiel mit Unterstützung der Politik?

Sven Rosenthal: Ich denke schon. Ich habe es ja gesehen als Prof. Dr. Martin Viessmann darüber mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen hat. Da ging es darum, 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Da müssen wir ansetzen. Wir sollten darüber nachdenken, einen zusätzlichen Bildungsweg zu etablieren, zum Beispiel ein erweitertes duales Bildungssystem. So habe ich damals auf einem Hof gelernt.

Hilft Ihnen die eigene Erfahrung dabei, Dinge klar zu benennen und Lösungswege zu entwickeln?

Sven Rosenthal: Ich denke schon, weil ich das lebe. Ich bin kein Schwätzer. Ich kämpfe um meine Leute und ich weiß, was passiert. Die jungen Leute mit 16, 17 Jahren sind meist noch nicht so weit. Aber wenn die einmal auf den Hintern landen. Und wenn sie merken, wie andere an ihnen beruflich und finanziell vorbeimarschieren und sehen, was sie versäumt haben. Dann werden sie klar. Und wenn sie dann noch Biss haben, dann wollen die. Und die müssen wir ansprechen. Denn letztlich ist es so: Heizung und Sanitär ist doch ein guter Job. Man kommt rum, man sieht Leute. Und man ist der König, überall wo man ist.

Energiewende und Unternehmensnachfolge

Herr Neubarth und Herr Golbs, schön dass wir mit Ihnen über die Themen Energiewende und Unternehmensnachfolge sprechen können. Vielleicht zunächst an Sie Herr Neubarth die Frage, in welchem Bereich ist ihr Unternehmen momentan besonders aktiv?

Frank Neubarth: Zurzeit passiert hier in Berlin und Umgebung eine ganze Menge im Bereich der Modernisierung, also dem Austausch von Geräten insbesondere in Einfamilienhäusern. Wir verbauen mittlerweile ausschließlich Viessmann Geräte, vor allem Wärmepumpen oder Gasgeräte in Kombination mit Photovoltaik. Zu DDR-Zeiten haben wir meist Brennstoffkessel verbaut, die mit Kohle oder Koks beheizt wurden – und ganz am Ende sogar schon Gasthermen. Bis heute haben wir ja noch viele ältere Kunden, mit Häusern, die es schon in der DDR gab. Da ist es schon ein wahnsinniger Sprung, wenn wir einen alten atmosphärischen Kessel durch eine Brennwerttherme ersetzen.

Welche besonderen Herausforderungen bestimmen Ihren Alltag?

Frank Neubarth: Die größte Herausforderung ist auch für uns die Digitalisierung. Da bin ich heilfroh, dass mein Kollege Andre Golbs bereits hinter mir steht. Ich glaube, dass wird nicht mehr mein Thema sein. Dass ich irgendwo sitze und meinen Kühlschrank überprüfe, wie viel Essen noch drin ist. Da gibt es bei uns auch eine Aufgabenteilung. Bei den digitalen Entwicklungen höre ich zu, was er mir erzählt.

Herr Golbs, dann sind Sie für die digitalen Tools zuständig. Welche nutzen Sie denn aktuell?

Andre Golbs: Wir nutzen die Internet-Schnittstelle Vitoconnect und monitoren mit Vitoguide die Heizungsanlagen. So wissen wir direkt, wenn Störungen vorliegen und können schnell die benötigten Ersatzteile bestellen.

Sie sollen ja mittelfristig in die Fußstapfen von Herrn Neubarth treten und sein Nachfolger werden. Waren Sie überrascht als Ihr Chef sie gefragt hat, ob Sie sich das vorstellen können?

Andre Golbs: Gerechnet habe ich damit nicht. Natürlich habe ich für mich überlegt, wie mein nächster Schritt aussehen kann. Aber so konkret waren meine Überlegungen noch nicht. Als Herr Neubarth dann gefragt hat, war es für mich sofort klar. Ich bin sehr für Herausforderungen, die sind gut und nehme ich gern an.

Herr Neubarth, ich würde gern mit Ihnen noch kurz über das Thema Fachkräftemangel sprechen. Ist das für Sie ein Problem?

Frank Neubarth: Wir merken schon, dass gute Leute sehr gefragt sind. Gerade erst wurden zwei jüngere Kollegen abgeworben, weil ihnen ein höherer Stundenlohn versprochen wurde. Und ein anderer hat sich selbstständig gemacht. So waren innerhalb von zwei Monaten drei Monteure weg – und wir mussten neue jüngere Kollegen einstellen. Die führen wir nun gerade wieder heran. Ich habe gelernt: Man darf sich seiner Sache nicht zu sicher sein. Familiäres Verhältnis und Weihnachtsgeld zählen nicht, wenn einer kommt und sagt: Ich zahle zwei Euro mehr. Dann sind einige Kollegen weg – und mit ihnen fünf bis zehn Jahre Erfahrung, die man in sie investiert hat.

Digitalisierung

Vielen Dank Herr Hegewisch, dass Sie sich Zeit nehmen, um mit uns über das Thema Digitalisierung im Handwerk zu sprechen. Welche Rolle spielen in Ihrem Alltag Online-Tools und digitale Prozesse?

Heiko Hegewisch: Wir arbeiten seit drei Jahren komplett digital draußen, ohne Papier. Im digitalen Bereich sind bei uns alle fit – vom ältesten Mitarbeiter mit 58 Jahren bis zum jüngsten, der ist Mitte 20. Und das lebe ich als Chef natürlich auch vor. Das ist ja bei Viessmann auch nicht anders. Ich will mich nicht noch nachmittags ins Büro setzen und die Angebote kopieren oder neu schreiben, sondern das lieber unterwegs auf dem Tablet schnell erledigt haben. Und am besten vor Ort die Unterschrift vom Kunden direkt drunter setzen lassen.

Vielleicht etwas allgemeiner auf die Branche geschaut: Hat das Handwerk die Digitalisierung aus Ihrer Sicht ein wenig verschlafen?

Heiko Hegewisch: Unsere Branche an sich ist ja sehr schwerfällig. Und da ist es gut, dass Hersteller wie Viessmann einen jungen motivierten Chef wie Max haben. Das bringt frischen Wind rein. Ich glaube der Weg, der da eingeschlagen wird, ist zukunftsträchtig. Social Media ist inzwischen voll im Markt etabliert und da gibt es immer wieder mal etwas Neues. Früher war es Facebook und jetzt wieder mehr Instagram. Wir im Handwerk müssen uns mehr nach der Jugend und ihren Kanälen richten. Sonst verpennen wir das und haben bald gar keinen Nachwuchs mehr.

Braucht es heute zum Beispiel einen Ausbildungsberuf Smart Home Integrator? Und welche Chancen stecken für Sie im Bereich Machine Learning?

Heiko Hegewisch: Ich glaube, man müsste mehr Elektriker mit in die Branche nehmen. Denn gerade Bereiche wie Smart Home sind keine Sachen für einen reinen Heizungsbauer. Und im Bereich Machine Learning gibt es sicher ein paar erste, spannende Ansätze. Ich denke da etwa an vernetzte Elektrozähler, die den Strom smart einkaufen und dann smart nutzen. Bei mir in der Firma kann ich meiner Wallbox sagen, lade das Auto, wenn die PV-Anlage auf dem Dach Strom bringt. Aber die Entwicklung steckt aktuell noch in den Kinderschuhen. Der Markt muss bearbeitet werden und da sollten die Hersteller natürlich total mitziehen. Viessmann ist da auf einem guten Weg. Und daher ist es mir absolut wichtig, dass so ein Betrieb weiter besteht gegen die Global Player.