Sustainable Development Goals und die Lösungen der Viessmann Group

Die Agenda für nachhaltige Entwicklung bis zum Jahr 2030 bietet ein gemeinsames Konzept für Frieden und Wohlstand für die Menschen und den Planeten, jetzt und in Zukunft. Im Mittelpunkt stehen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die einen dringenden Handlungsbedarf für alle Länder - entwickelte und sich ent-wickelnde - in einer globalen Partnerschaft darstellen. Sie erkennen an, dass die Beendigung von Armut und anderen Benachteiligungen Hand in Hand gehen muss mit Strategien zur Verbesserung von Gesundheit und Bildung, zur Verringerung der Ungleichheit und zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums - und das alles bei gleichzeitiger Bekämpfung des Klimawandels sowie zur Erhaltung unserer Ozeane und Wälder.

Im Rahmen der Viessmann Nachhaltigkeitsstrategie wurden die SDGs auf ihre Relevanz für die Unternehmensgruppe bewertet. Ergebnis dieser Bewertung ist eine klare Zuordnung der Nachhaltigkeitsleistung von Prozessen und Produkten zu acht relevanten SDGs. Dabei stehen immer messbare Indikatoren im Hintergrund. In den Vordergrund rücken hier aber die Menschen und ihre Geschichten. So werden die Verbesserungen von Energieeffizienz und Klimaschutz greifbar, nachvoll-ziehbar und regen zum Nachahmen an.

Im Folgenden werden die für die Viessmann Group wesentlichen SDGs erläutert.

Ziel 5: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen

Der Fokus des Ziels liegt auf der Beseitigung von allen Formen der Diskriminierung von und Gewalt gegen Frauen. Im Mittelpunkt stehen deshalb die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer mit dem Ziel einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung der Familienarbeit.

Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Mit dem SDG 6 ist erstmals ein umfassendes Wasserziel auf globaler Ebene verabschiedet worden. Die Handlungsfelder sind: Zugang zu sauberem Trinkwasser, Verbesserung der Wasserqualität, effiziente Nutzung und nachhaltige Entnahme von Wasser durch alle Sektoren, Umsetzung eines integrierten Wasserressourcenmanagements und Schutz und Wiederherstellung von gewässer- und wasserabhängigen Ökosystemen.

SDG 7

Ziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern

Das Vorhandensein von ausreichend Energie ist die Grundvoraussetzung einer humanen Gesellschaft, in der Menschen in Frieden und Wohlstand leben können. Eine der größten Transformationsleistungen aller Gesellschaften auf diesem Planeten ist es, die Energieversorgung in absehbarer Zeit auf regenerative Ressourcen umzustellen. Zugleich geht es auch darum, bei allen Prozessen die Energie sehr viel effizienter einzusetzen, um den Druck auf die Energieproduktion zu reduzieren.

Ziel 8: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern 

Wirtschaftliches Wachstum die Grundlage des Wohlstands in Industriestaaten. Es sorgt für steigende Erwerbseinkommen sowie sichere Arbeitsplätze. Es bildet die Grundlage für einen leistungsfähigen Sozialstaat und kann die Handlungsspielräume der öffentlichen Hand erhöhen. Ziel muss es dabei sein, wirtschaftliches Wachstum vom Ressourcen- und Energieverbrauchs zu entkoppeln.

SDG 11

Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen

Weltweit nimmt die Urbanisierung zu und obwohl Städte nur etwa 2% der Landfläche einnehmen, leben dort bereits mehr als 50% der weltweiten Bevölkerung. Städte sind somit zentrale Bühnen nachhaltiger Entwicklung. Einerseits sind Städte Motoren der Volkswirtschaften, der Kultur und der Innovation - andererseits entstehen dort auch etwa 80% der CO2-Emissionen und soziale Probleme zeigen sich dort wie durch ein Brennglas. Auf nachhaltiger Städteentwicklung muss insofern ein besonderes Augenmerk liegen.

Ziel 12: Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen

Im Kern geht es bei SDG 12 um das Spannungsfeld, einerseits Wohlstand aufzubauen und zu erhalten und andererseits die Verfügbarkeit der Ressourcenquellen zu erhalten. Eine besondere Herausforderung ist es, die individuellen Verhaltensweisen mit seinen globalen Auswirkungen zu verknüpfen und die Komplexität der globalen Zusammenhänge zu berücksichtigen.

Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

SDG 13 dient dem Schutz einer der wichtigsten weltweiten Belastungsgrenzen, deren Wahrung für das Überleben der Menschheit in der bisherigen Form besonders wichtig ist. Der Schutz des globalen Klimas stellt eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Rasche und ambitionierte Maßnahmen zur Minderung klimaschädlicher Emissionen sowie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind für eine weltweite nachhaltige Entwicklung unerlässlich.

Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben

SDG 17 ist vor allem ein Handlungsfeld der Politik. Gleichwohl können auch Unternehmen versuchen, sich an Entwicklungsarbeit zu beteiligen, beispielsweise durch Partnerschaften mit Akteuren in der gesamten Wertschöpfungskette.                                                              Letztlich können alle 17 Ziele nur erreicht werden, wenn viele Akteure auf der ganzen Welt kooperieren. Durch Vernetzung können neue Partnerschaften entstehen, kreative Lösungen gefunden und Best-Practices verbreitet werden.

Was sind SDG?

Die Sustainable Development Goals (SDG) wurden im September 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York verabschiedet. Die SDGs skizzieren eine neue und ehrgeizige weltweite Agenda, um Armut und Hunger zu reduzieren, Gesundheit zu verbessern, Gleichberechtigung zu ermöglichen, den Planeten zu schützen und vieles mehr.

Echte Fortschritte werden schwer möglich sein, wenn nicht alle Kinder und Jugendlichen weltweit eine hochwertige Bildung erhalten. Daher spielt Bildung in den SDGs eine zentrale Rolle. Daten, insbesondere des UNESCO-Weltbildungsberichts, zeigen eindeutig, dass Bildung essentiell ist für den Erfolg aller 17 nachhaltigen Entwicklungsziele.

Zur Historie: Die SDGs basieren auf jahrzehntelanger Arbeit von Ländern und den Vereinten Nationen, einschließlich der Abteilung für Wirtschaft und Soziales der Vereinten Nationen.

  • Im Juni 1992 verabschiedeten mehr als 178 Länder auf dem Klimagipfel in Rio de Janeiro, Brasilien, die Agenda 21, einen umfassenden Aktionsplan zum Aufbau einer globalen Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen und zum Schutz der Umwelt.
  • Die Mitgliedstaaten haben die Millenniumserklärung auf dem Millenniumsgipfel im September 2000 am Sitz der Vereinten Nationen in New York einstimmig angenommen. Der Gipfel führte zur Ausarbeitung von acht Millenniumsentwicklungszielen (MDGs) zur Verringerung der extremen Armut bis 2015.
  • Die Erklärung von Johannesburg zur nachhaltigen Entwicklung und der Umsetzungsplan, die 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Südafrika angenommen wurden, bekräftigten die Verpflichtungen der Weltgemeinschaft zur Armutsbekämpfung und zum Umweltschutz und bauten auf der Agenda 21 und der Millenniumserklärung auf, indem sie den Schwerpunkt stärker auf multilaterale Partnerschaften legten.
  • Auf der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) in Rio de Janeiro, Brasilien, im Juni 2012 verabschiedeten die Mitgliedstaaten das Ergebnisdokument "The Future We Want", in dem sie unter anderem beschlossen, einen Prozess zur Entwicklung einer Reihe von SDGs einzuleiten, um auf den MDGs aufzubauen und das hochrangige politische Forum der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung einzurichten. Das Ergebnis von Rio +20 enthielt auch andere Maßnahmen zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung, einschließlich Mandate für künftige Arbeitsprogramme im Bereich der Entwicklungsfinanzierung, kleine Inselentwicklungsstaaten und mehr.
  • Im Jahr 2013 setzte die Generalversammlung eine 30-köpfige offene Arbeitsgruppe ein, um einen Vorschlag für die SDGs zu entwickeln.
  • Im Januar 2015 begann die Generalversammlung mit den Verhandlungen über die Entwicklungsagenda nach 2015. Der Prozess gipfelte in der anschließenden Verabschiedung der Agenda für nachhaltige Entwicklung von 2030 mit 17 SDGs als Kernstück auf dem UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung im September 2015.
  • 2015 war ein entscheidendes Jahr für den Multilateralismus und die internationale Politikgestaltung, mit der Annahme mehrerer wichtiger Abkommen:
    Sendai Framework zur Reduzierung von Katastrophenrisiken (März 2015)
    Addis Abeba Aktionsprogramm zur Entwicklungsfinanzierung (Juli 2015)
  • Unsere Welt verändern: Die Agenda für nachhaltige Entwicklung von 2030 mit ihren 17 SDGs wurde auf dem UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung in New York im September 2015 verabschiedet.
  • Pariser Abkommen über den Klimawandel (Dezember 2015)
  • Das jährliche hochrangige politische Forum für nachhaltige Entwicklung dient nun als zentrale UN-Plattform für die Weiterverfolgung und Überprüfung der SDGs.

Heute bietet die Abteilung für nachhaltige Entwicklungsziele (DSDG) im Ministerium für Wirtschaft und Soziales der Vereinten Nationen (UNDESA) substantielle Unterstützung und Kapazitätsaufbau für die SDGs und die damit verbundenen thematischen Fragen, einschließlich Wasser, Energie, Klima, Ozeane, Urbanisierung, Verkehr, Wissenschaft und Technologie, den Global Sustainable Development Report (GSDR), Partnerschaften und Small Island Developing States. Die DSDG spielt eine Schlüsselrolle bei der Bewertung der systemweiten Umsetzung der Agenda von 2030 durch die Vereinten Nationen und bei den Advocacy und Outreach-Aktivitäten im Zusammenhang mit den SDGs. Um die Agenda von 2030 Wirklichkeit werden zu lassen, muss eine breite Eigenverantwortung für die SDGs in ein starkes Engagement aller Beteiligten zur Umsetzung der globalen Ziele münden. Die DSDG möchte dazu beitragen, dies zu erleichtern.