Eis-Energiespeicher in Rendsburg deckt den Wärme- und Kältebedarf von 133 Einfamilienhäusern

In der Mitte Schleswig-Holsteins und am Nord-Ostsee-Kanal liegt die beschauliche Kreisstadt und Energiekommune Rendsburg mit rund 29.500 Einwohnern. Und doch entstand hier ein Projekt mit Modellcharakter, welches als Inspiration für andere Kommunen dienen kann. Denn mitten in Rendsburg versorgt ein Eis-Energiespeicher zwei große Bestandsgebäude zeitgemäß mit Wärme: Das Kreishaus und den Uhrenblock. Das entspricht einem Bedarf von 133 Einfamilienhäusern und einer Einsparung von 170 Tonnen CO2 pro Jahr. 

Modernes Heizen und Kühlen mit einem Eis-Energiespeicher

Bei größeren Anlagen wie in Rendsburg kommen individuell geplante und gebaute Eisspeicher zum Einsatz. In diesem Fall befinden sich im unterirdischen Tank ca. 560 Kubikmeter Wasser. Das entspricht 560.000 Litern oder rund 3.800 vollen Badewannen.

Eine Wärmepumpe entzieht dem Wasser im Eis-Energiespeicher Wärme, um damit die Heizkörper im Kreishaus und im Uhrenblock zu versorgen. Bei fortdauerndem Wärmeentzug während einer Heizperiode gefriert das Wasser im Speicher, wobei mit der so genannten Kristallisationswärme sogar zusätzliche Energie frei wird, die ebenfalls zum Heizen genutzt wird. Ab dem Frühjahr taut der Speicherinhalt durch die dann zunehmende Sonnen- und Erdwärme wieder auf. Dazu wird insbesondere die Sonnenenergie von Solar-Luftabsorbern, die ähnlich wie herkömmliche Solarkollektoren funktionieren, eingesammelt und in den Eis-Energiespeicher geleitet. 

Besondere Technik

Neben dem Eis-Energiespeicher, zwei Sole/Wasser-Wärmepumpen Vitocal 300-G Pro und vier Gas-Brennwert-Wandgeräten vom Typ Vitodens 200-W zur Deckung von Wärmebedarfsspitzen an besonders kalten Tagen gibt es eine Besonderheit: Die Solar-Luft-Absorber die üblicherweise auf dem Dach installiert werden, stehen hier senkrecht auf dem Boden und sind dicht aneinandergereiht, sozusagen eine “Energie-Zaunbatterie”. 

Gute Zusammenarbeit

Das Team der Viessmann Deutschland GmbH arbeitete eng mit der Stadt Rendsburg und dem Land Schleswig-Holstein – welches das Projekt mit der dazugehörigen Technik mit 200.000 Euro unterstützt hat – zusammen.